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Klinikum Klagenfurt » Patienten und Besucher » 29. Kärntner Herztag

Herzchirurgie

„Wir werden in den nächsten Jahren immer mehr Eingriffe am Herzen durchführen. Und das bei immer älteren Patienten“, rechnet Prim. Dr. Wolfgang Wandschneider, Vorstand der Herz-Thorax-Gefäßchirurgie am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee mit einem Anstieg der Operationen an seiner Abteilung. Gründe sind die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung und die immer schonenderen Methoden der Herzchirurgie. „Wir sind mittlerweile in der Lage Patienten jenseits der 90 Jahre erfolgreich zu behandeln“, erzählt Wandschneider aus der Praxis. Die größte Herausforderung bei hochbetagten Menschen: „Diese Patientengruppe hat auf Grund häufiger Begleitkrankheiten ein deutlich höheres Risiko sowie längere Aufenthalte im Krankenhaus“, sagt der Primarius und verweist darauf, dass man genau bei diesem Punkt ansetzen muss. „Es werden laufend neue Verfahren entwickelt, um diesen Patienten eine adäquate Therapie bieten zu können. Die Lebensqualität soll erhalten bleiben.“

Minimalinvasiver Einsatz von Herzklappen

Für ältere Patienten, bei denen eine Operation nicht möglich ist, kann eine Herzklappe auch minimal-invasiv in örtlicher Betäubung mittels Katheter über die Leiste eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um das sogenannte TAVI-Verfahren, welches vom Team der Inneren Medizin und Kardiologie durchgeführt wird. „Seit Anfang des Jahres ist der Eingriff auch durch einen Zugang über die Herzspitze möglich, über den wir die neue Klappe einführen“, so Wandschneider. Zu Anwendung kommt die Methode vor allem bei Patienten mit Begleiterkrankungen wie Durchblutungsstörungen oder wenn die anatomischen Verhältnisse dagegen sprechen.

Jährlich werden an der Abteilung rund 417 Herzoperationen durchgeführt.

Abteilungsvorstand: Prim. Dr. Wolfgang Wandschneider

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Kardiologie

Ausreichend Bewegung sowie eine gesunde Lebensweise ist nach wie vor bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen entscheidend. „Noch immer sind Herz-Kreislauferkrankungen, zu denen auch der Herzinfarkt zählt, die Nummer eins der Todesursachen in den westlichen Industrieländern,“ sagt Prim. Priv.-Doz. Dr. Hannes Alber. Tatsächlich haben sich die Zahlen wischen 2005 und 2015 nicht verändert. Dies vor dem Hintergrund, dass sich im gleichen Zeitraum die Techniken der Behandlung und somit das Überleben verbesserten. „Hier arbeitet die Natur gegen die Technik. Die Gründe liegen einerseits in der demografischen Entwicklung – die Menschen werden immer älter – andererseits, und darauf kommt es an, in der körperlichen Inaktivität. Das ist ein schwer wiegender Faktor“, warnt Prim. Dr. Alber.

Der Abteilung für Innere Medizin und Kardiologie unterliegt als Schwerpunktabteilung die Kärntner Herzinfarktversorgung mit einer 24-Stunden-Verfügbarkeit für akute Herzkatheter-Eingriffe.
Darüber hinaus ist sie auf die Behandlung sämtlicher Herzkreislauferkrankungen, u. a. Herzklappenerkrankungen, Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen etc. spezialisiert. Die internistisch intensivmedizinische Patientenbetreuung ist Teil des Aufgabenspektrums.

"Bei einem Herzinfarkt wird im Katheterlabor das durch ein Blutgerinnsel verengte Gefäß mit einem Ballonkatheter eröffnet und durch Einsetzen einer Metallhülse (auch Stent genannt) dafür gesorgt, dass das Gefäß an der Stelle der Verengung dauerhaft offengehalten wird", erklärt Prim. Alber.

Neben dem Herzinfarkt ist die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) die zweite große Krankheit in der Kardiologie. Tatsächlich kann aus einem Herzinfarkt eine Herzmuskelschwäche resultieren. „Dies geschieht vor allem dann, wenn durch den Infarkt ein großer Teil des Herzmuskels abgestorben ist“, erklärt Alber. Daher ist es auch so wichtig, einen Herzinfarkt so rasch wie möglich zu behandeln.

Aber auch ein nicht erkannter Bluthochdruck, übermäßiger Alkoholkonsum oder eine Herzmuskelentzündung führen zu einer Schwäche des Herzens. Für eine erfolgreiche Behandlung, ist das rechtzeitige Erkennen dieser Faktoren wichtig. Im Klinikum Klagenfurt kann bei einer Herzmuskelschwäche ein Spezialschrittmacher implantiert werden.

Jährlich werden rund 1.200 Ballondehungen und Stentimplantationen sowie 2.700 Koronarangiographien im Herzkatheterlabor durchgeführt.

Abteilungsvorstand: Prim. Priv.-Doz. Dr. Hannes Alber

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Hintergrundinformationen zu Herzerkrankungen