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07 / März / 2018

Alters-Trauma-Zentrum: Klinikum Klagenfurt wurde als erstes Spital in Österreich für seine hohe Qualität ausgezeichnet

Die Abteilung für Unfallchirurgie in Kooperation mit der Abteilung für Akutgeriatrie/Remobilisation und der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin wurden in einem unabhängigen internationalen Zertifizierungsverfahren für Qualität und Sicherheit ausgezeichnet. Damit ist das Klinikum Klagenfurt das erste Krankenhaus in Österreich mit einem zertifizierten Alters-Trauma-Zentrum.

Knochenbrüche in Folge von Stürzen oder Unfällen sind im Alter häufig. Allein im Klinikum Klagenfurt werden jährlich rund 1.000 Patienten über 75 Jahren speziell alterstraumatologisch betreut. Am häufigsten werden hüftnahe Oberschenkelbrüche diagnostiziert (ca. 300 pro Jahr). „Für viele Patienten resultiert das Ereignis in einer wesentlichen Einschränkung der Mobilität. Zudem ist auch die Komplikationsrate im Rahmen der Versorgung im Spital sehr hoch“, erklären Prim. Univ.-Prof. Dr. Ernst Müller, Leiter der Unfallchirurgie und Prim. Dr. Georg Pinter, Abteilungsleiter im Haus der Geriatrie im Klinikum Klagenfurt am Wörthersee.

Strukturierter Behandlungspfad

Vor diesem Hintergrund erarbeiteten sie in enger Kooperation mit Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, Leiter der Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie des Zentrums für Interdisziplinäre Schmerztherapie, Onkologie und Palliativmedizin (ZISOP) einen strukturierten Behandlungspfad, der das Herzstück der interdisziplinären Therapie darstellt. „Dieser basiert neben internationalen Leitlinien auf unseren speziellen Erfahrungen im Klinikum Klagenfurt“, so Likar, Müller und Pinter.

Zentrale Eckpunkte sind etwa eine angemessene Schmerztherapie von Beginn an, eine rasche chirurgische Versorgung zwischen 24 und 48 Stunden nach Einlieferung ins Krankenhaus oder die Mobilisierung der Patienten durch Physiotherapeuten wenige Stunden nach der Operation. „Zudem schauen wir genau, welche gesundheitlichen Probleme der Patient mitbringt. Denn oft ist ein Sturz nur die Spitze des Eisberges“, berichtet Prim. Dr. Pinter, der betont, dass es sich häufig um „multimorbide Patienten handelt“. Ebenfalls wichtig: Ein sogenanntes „Delir-Screening“: „Beim Delir handelt es sich um eine Funktionsstörung des Gehirns. Sie hat viele Ursachen wie Schmerzen, Infekte oder Flüssigkeitsmangel“, sagt der Geriater.

Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang eine nicht diagnostizierte Schluckstörung oder die Ernährung, die häufig weder protein- noch fettreich ist. „Genau das benötigen die älteren Patienten aber“, so Pinter. Zusätzlich leiden viele unter einem Vitamin-D-Mangel. „Alle diese und noch viele andere Faktoren begünstigen einen Sturz und müssen bei der Behandlung beachtet werden“, sagt Pinter.

Auch Sozialdienst eingebunden

Parallel zu den medizinischen und pflegerischen Therapien, nehmen auch die Mitarbeiter des Sozialdienstes ihre Tätigkeit auf. Sie achten darauf, was der Patient nach seiner Entlassung zu Hause benötigt. Etwa einen Rollator, Adaptierungen in der Wohnung oder eine Hauskrankenhilfe.

„Nach rund 23 Tagen können wir ¾ der Pateinten nach Hause entlassen. Einigen geht es durch die umfassenden Interventionen sogar besser als vor dem Sturz“, bilanzieren Müller und Pinter, die den neuen Behandlungsplan nach mehrjähriger Ausarbeitung im Herbst 2017 im Klinikum Klagenfurt implementierten.

Tagesklinische Betreuung

Die Patienten selbst werden aber auch nach dem stationären Aufenthalt weiter betreut. „Oft folgt zusätzlich eine Nachbehandlung in der geriatrischen Tagesklinik zwei bis dreimal die Woche über zwei Monate“, so Pinter.

Für die hohe Qualität auf dem Gebiet der Alterstraumatologie wurde das Klinikum nun als erstes Spital in Österreich von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) ausgezeichnet.