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Klinikum Klagenfurt » Laserpointer sind kein Spielzeug – Erblindungsgefahr!

02 / Dezember / 2014

Laserpointer sind kein Spielzeug – Erblindungsgefahr!

Ein als „Spielzeug für Katzen“ verkaufter Laserpointer entpuppte sich als gefährliches Gerät. Lukas F. (12) wurde beim Spielen von den reflektierten Strahlen getroffen. Seine Augen sind massiv und nachhaltig geschädigt, seine Sehkraft verringerte sich um 60 Prozent.

„Bitte, bitte kauf mir diesen Laserpointer“, drängte Lukas seinen Vater tagelang. In einem bekannten Onlineshop, wo das Gerät unter anderem als „Spielzeug für Katzen“ angepriesen wird, wurde der Laserpointer schlussendlich bestellt. Die Freude war anfangs groß. „Mein Sohn spielte intensiv mit dem Gerät“, berichtete der Vater später den Ärzten der Augenabteilung und Optometrie am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee.

Nach etwa einer Woche klagte Lukas über Sehstörungen. „Ich sehe plötzlich schlechter und da ist jetzt immer so ein schwarzer Punkt“, beschrieb der 12-Jährige seine Symptome. Im Klinikum Klagenfurt war die Ursache rasch gefunden. „Laserstrahlen haben die Augen des Patienten getroffen. Wir gehen davon aus, dass er beim Spielen auf einen Spiegel zielte und die Strahlen reflektiert wurden“, erklärt Abteilungsvorstand Prim. Univ.Prof. Dr. Yosuf El-Shabrawi.

Keine Therapie. Die Untersuchung ergab, dass Lukas fast 60 Prozent seiner Sehkraft einbüßte. „Die tiefen Netzhautschichten des Sehzentrums sind nachhaltig geschädigt“, sagt El-Shabrawi. Fatal: „Gegen diese Verletzungen gibt es keine Therapie. Man kann nichts machen, nur hoffen, dass sich die Schwere der Verletzung selbst regeneriert und sich der Zustand bessert“, betont der Primarius die Gefährlichkeit von Laserpointern. Selbst bei Klassse 2 reicht eine Bestrahlung von weniger als 0,25 Sekunden um massive Schäden der Netzhaut zu verursachen!

El-Shabrawi warnt vor dem Gebrauch von nicht zertifizierten Geräten. „Wer sich einen Laserpointer kauft, sollte unbedingt auf das Gütesiegel EN 60825-1 achten. Und: Kein Laserpointer darf höher als Klasse 2 eingestuft sein.
Im Fall von Lukas war der Laserpointer zwar als Klasse 2 ausgewiesen, allerdings fehlte die Klassifizierung nach EN.

Häufige Verletzungen. Lukas F. ist zwar der erste Patient nach einem Laserpointerunfall in Kärnten, allerdings nehmen weltweit derartige Verletzungen zu. „In der Literatur sind bereits zahlreiche Fälle bekannt. Die USA oder Großbritannien haben bereits reagiert und ein Einführungsverbot von gefährlichen Laserpointern ausgesprochen“, so El-Shabrawi