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Klinikum Klagenfurt » Schmerzmessung bei Demenzpatienten: Interdisziplinäres Team mit Posterpreis ausgezeichnet

16 / Juni / 2015

Schmerzmessung bei Demenzpatienten: Interdisziplinäres Team mit Posterpreis ausgezeichnet

Fast 80 % der Patienten in einem Pflegeheim leiden an chronischen Schmerzen. Was auffällt: Menschen mit einer Demenzerkrankung oder Behinderung erhalten weniger Medikamente gegen Schmerzen. Dieser Umstand veranlasste ein interdisziplinäres Team aus Anästhesie und Intensivmedizinern, Schmerztherapeuten, Geriatern und Psychologen zu einer repräsentativen Studie. Diese wurde nun mit dem Posterpreis ausgezeichnet.

Unter der Leitung von Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, Vorstand der Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee wurde die Schmerzmessung bei kognitiv beeinträchtigten Personen untersucht. „Hochbetagte und demente Menschen haben Schwierigkeiten, sich auszudrücken. Ihre Verwirrtheit wächst und die Hirnleistungsstörung nimmt zu, die Fähigkeit zu Leiden bleibt jedoch bestehen“, erklärt Likar. Das Risiko dieser Patientengruppe: Ihre Schmerzen bleiben unerkannt.

Es liegt daher in der Verantwortung von klinisch tätigen Personen, diese Situation richtig zu erkennen und zu behandeln. Um dies künftig zu erleichtern, wandte das Interdisziplinäre Schmerzteam aus Mitarbeitern des Klinikum Klagenfurt am Wörthersee (Prim. Univ. Prof. Dr. Rudolf Likar, Dr. Wolfgang Pipam, Dr. Stefan Neuwersch, Dr. Markus Köstenberger, Prim. Dr. Georg Pinter), des LKH Villach (Mag. Kornelia Gatternig) und des LKH Hall in Tirol eine bereits bekannte Methode erstmals in Österreich an.

„Wir haben uns entschlossen, die sogenannte Doloshort-Skala auf Deutsch zu übersetzen. Sie misst verbalen Schmerzausdruck, die Schonhaltung in Ruhe, den Schutz von schmerzhaften Körperzonen, die soziale Aktivität und Verhaltensstörungen“, beschreibt Likar. Sein Ziel: Den Schmerz für Pflegekräfte und Ärzte auf einfache und rasche Weise messbar machen um eine Unterversorgung der Patienten zu vermeiden.

Ihre Ergebnisse präsentierte die Forschergruppe vor kurzem beim Österreichischen Schmerzkongress in Krems/Donau. „Wir konnten zeigen, dass die deutschsprachige Fassung des Doloshorts ein geeignetes Instrument für die Beurteilung der Schmerzen bei kognitiv beeinträchtigten Patienten ist. Die Skala ist leicht zu instruieren und daher anwenderfreundlich“, sagt Likar, der gemeinsam mit seinen Fachkollegen den Posterpreis verliehen bekam.

Nun soll die Methode im Klinikum Klagenfurt am Wörthersee und dem LKH Villach sowie in Pflegeheimen rasch in die tägliche Arbeit aufgenommen werden.